Heu oder Heulage? – Was ist für mein Pferd das beste?

Bevor meine Pferde nach Hause gezogen sind und ich nun für die komplette Haltung selbstverantwortlich bin habe ich mich einiges über die Fütterung gefragt. Ein wichtiges Thema ist die Fütterung von Raufutter.

Was sind die Unterschiede der beiden Raufutter Sorten und was sind die Vor- und Nachteile von Heu und Heulage?

Heu

Heu ist das Raufuttermittel Nummer eins für Pferde. Heu ist nichts anderes als gemähtes und im Anschluss getrocknetes Gras, wo die Restfeuchte nicht höher als 15 % betragen sollte. Ab Anfang bis Mitte Juni kann der erste Heuschnitt erfolgen. Genau der richtige Zeitpunkt ist, wenn die Gräser blühen, da sie dann am meisten Nährstoffe enthalten.

Wichtig ist hier, auf die richtige Lagerung von Heu zu achten, damit die Qualität der Nährstoffe nicht verloren geht. Am besten lagerst du Heu kühl und ohne Sonneneinstrahlung und vor allem trocken und luftig. Um zu vermeiden, dass sich von unten aus Schimmel bildet, eignen sich zum Beispiel Europaletten hervorragend für die Lagerung, da sie für die nötige Luftzirkulation sorgt. Schlecht gelagertes Heu oder Heu von schlechter Qualität kann zu erheblichen gesundheitlichen Problemen deines Pferdes führen. Schimmelbildung kommt leider nicht selten vor, daher sollte das Heu regelmäßig auf Schimmel durchgesucht werden. 

Generell gilt je trockner das Heu, umso besser die Qualität. Beim Kauf kannst du drauf achten, dass kein Schimmel vorhanden ist und es wenig Staub enthält. Staub kann nämlich dazu führen, dass das Pferd beim Fressen hustet. Gerade für Pferde mit chronischen Atemwegsproblemen ist der Staub nicht von Vorteil.

Generell gilt je trockner das Heu,

umso besser die Qualität.

Tipps & Tools

Heulage

Kommen wir zur Heulage, welche zurzeit auch mein Favorit ist. Für Pferde mit Allergien oder mit chronischen Atemwegserkrankungen ist die Heulage eine gute Alternative zu Heu. Durch die höhere Restfeuchte wird der Staub gebunden und kann somit nicht beim Fressen eingeatmet werden. Der Unterschied zu Heu ist, das die Heulage eine kürzere Trocknungszeit hat. Die Hohe Restfeuchte von 40-50% ist notwendig, damit die Milchsäuregärung stattfinden kann. Dabei wird Zucker in Säure umgewandelt und somit wird die Heulage konserviert.

Wichtig ist, dass die Heulage luftdicht verschlossen ist, da sie sonst durch Schimmelbildung oder auch Hefen verdirbt. Wird ein Heulage-Ballen geöffnet, muss dieser innerhalb weniger Tage aufgebraucht werden. Bei warmen Wetter sogar noch schneller. Beim Füttern solltest du natürlich auch hier auf Schimmel achten. Außerdem sollte die Heulage einen süß-säuerlichen Geruch haben, wird ein muffig beißender und stechender Geruch festgestellt, sollte der Ballen entsorgt werden. Du wirst ganz schnell den guten Geruch erkennen! Ich liebe den Geruch von frischer, qualitätsvoller Heulage. 

Tatsächlich steht seit einigen Jahren in Diskussion, ob die Heulage Bestandteil der Pferdefütterung sein sollte. Die Heulage steht oft in keinem guten Licht da, denn es wird zum Beispiel gesagt, dass eine Übersäuerung der Pferde hervorgerufen werden kann. Es gibt auch einige Nachteile, aber auch viele Vorteile. 

Die Schnitthöhe von Heulage sollte nicht unter 5 cm liegen, da sonst Erde mit in die Heulage gelangen kann. Bei Heu wird diese nämlich bei der Verarbeitung wieder herausgeschüttelt, bei der Heulage ist das aber nicht der Fall. Deshalb besteht das Risiko, dass die Heulage mit den Bakterien aus der Erde kontaminiert wird. Aber wenn man einen guten Lieferanten bzw. Bauern seines Vertrauens hat, dann ist das selbstverständlich. 

Da viele Pferde bei der Umstellung auf Heulage erst mal Durchfall haben, wird oft davon ausgegangen, dass die Pferde es nicht gut vertragen. Das hat aber eher was mit dem plötzlichen Futterwechsel zu tun. Genauso wie bei uns Menschen auch oder bei den Hunden. Deshalb sollte man die Futterumstellung langsam umstellen. Denn zu Beginn der Weidenzeit zeigt sich oft das gleiche Bild. Der Magen muss sich erst mal an das neue Futter gewöhnen und wir lassen unsere Pferde ja auch nicht von 0 auf 100 auf das frische saftige Gras los.

Wie oben erwähnt ist die Heulage für Allergiker Pferde mit Atemwegserkrankungen sehr gut geeignet. Außerdem ist die Lagerung recht einfach, da diese einfach draußen gelagert werden kann. Was ein Vorteil gegenüber dem Heu ist. Eine gute Heulage weist zudem einen geringeren Fruktangehalt auf und kann deswegen auch bei Hufrehe eingesetzt werden. Es Vertragen allerdings nicht alle Pferde das gegorene Futter und haben dann dauerhaft Durchfall oder Blähungen. In diesem Fall sollte wieder auf Heu umgestellt werden. Ich persönlich habe bisher nur gute Erfahrungen mit Heulage gemacht. Meine Pferde bekommen mindestens 15kg am Tag bei Weidenzeit und im Winter ohne Weide meist mehr. Man sagt so um die 10kg ist der Grundbedarf von einem normalgroßen Pferd. Allerdings finde ich, dass man immer individuell auf sein Pferd und deren Bedarf an Menge achten sollte. Meine beiden bekommen immer ein wenig mehr, denn ich weiß, dass die beiden eher langsam zulegen.

Mit Durchfall oder Unverträglichkeiten musste ich zum Glück noch gar keine Erfahrungen sammeln. Ich habe auch das Gefühl, dass sehr viele Pferde von Heulage besser und langfristiger an Masse zunehmen und es gerade bei schwer futtrigen Pferden optimal ist. Aber das muss man wirklich für jedes Pferd individuell testen und auch die Möglichkeiten der Lagerung abklopfen!

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